Die 70er-Jahre

Das Jahr 1970 bzw. die Session 1970/71 standen ganz im Zeichen des 11. Geburtstages der KG. Es wurde eine Festschrift, zusammengestellt von Hans Laschet und graphisch gestaltet von Willi Dahmen, herausgebracht. Am 28.11.1970 gab es im Saal Wirtz eine Geburtstagsfeier mit Freibier für die Mitglieder der KG. Auf der Proklamationssitzung von Prinz Willi II. (Dahmen) am 16.01.1971 wurde die Revue „11 Jahre Ülekrade“, die einen Rückblick auf die Höhepunkte der letzten 11 Jahre bot, aufgeführt. Heinz Hubo sagte das Programm in Versform an und stellte die 11 Tollitäten vor, die Willi Dahmen allesamt hervorragend porträtiert hatte. Als Höhepunkt der Veranstaltung marschierte um 23 Uhr das Corps der Roten Funken aus Köln in den Saal ein. Der Auftritt dieser 70 Mann starken Truppe war durch persönliche Vermittlung von Willi Dahmen zustande gekommen.

Am 24.01.1971 fand der erste Jugendkostümball im Saal Wirtz statt. Auf der Kindersitzung am 07.02.1971 erhielt Rektor a.D. Wilhelm Herpers wegen seiner großen Verdienste um den Kinderkarneval in Ülpenich den Eulenorden. Am Weiberfastnachtstag 1971 fand erstmals ein organisierter Kaffeeklatsch in der Gaststätte Birekoven statt.

Auf der Jahreshauptversammlung am 20.03.1971 wurde Änne Esser zur Senatorin ernannt. Sie war damit nach Matthias Wolfgarten und Fritz Dehnhard die dritte im Bunde. Das Tanzpaar Marianne Kaiser und Josef Plum kündigte seinen Rücktritt an. Josef Plum hatte sich jedoch schon um Nachfolger bemüht und so konnte das neue Tanzpaar Hannelore und Horst Will am 07.05.1971 mit den Proben beginnen. Der erste Auftritt der beiden war am 07.11.1971 auf der Karnevalsbörse in Gemünd.

Auf der Prinzenproklamation von Prinz Josef II. (Kaiser) am 15.01.1972 wurde Therese Pohé für ihre langjährigen Verdienste um den Kinderkarneval mit dem Eulenorden geehrt. Auf der bis auf den letzten Platz ausverkauften Prunksitzung am 12.02.1972 marschierten erstmals die Kindergarden mit auf. Diese Neuerung fand großen Beifall.

Auf der Jahreshauptversammlung am 11.03.1972 wurde die Erneuerung der Garde durch eine Damengarde beschlossen. Die Einkleidung der Damen wurde durch ein zinsloses Darlehen des Senators Matthias Wolfgarten finanziert.

Folgende Damen bildeten die erste Damengarde:

  • Monika Bijik
  • Lene Jungbluth
  • Roswitha Pohé
  • Marga Bohsem
  • Käthi Kremer
  • Monika Thierauf
  • Gerta Esser
  • Karin Pichler

Marga Bohsem musste jedoch durch eine Knieverletzung ausscheiden. Die Grundausbildung und das Konditionstraining der Damengarde übernahmen Horst und Hannelore Will. Durch die Unterstützung durch Frau Mondo von den Südinsulanern aus Düren konnte die Choreographie der Tänze der Männergarde, der Damengarde und des Tanzpaares wesentlich verbessert werden.

Prominentester Gast bei der Proklamation von Prinz Reiner I. (Cremer) am 13.01.1973 war Schlagersänger Heino, der zu dieser Zeit in Ülpenich wohnte. Bei dieser Veranstaltung tanzte dann auch die neu aufgestellte Damengarde zum ersten Mal. Willi Dahmen erhielt wegen seiner großen Verdienste den Eulenorden. Erstmals wurde auch die Prinzessin, Rosa Cremer, auf die Bühne geholt und offiziell begrüßt. Die Prunksitzung am 03.03.1973 war bereits im Vorverkauf ausverkauft. Beim Rosenmontagszug in Zülpich errangen die Ülpenicher Wagen und Fußgruppen insgesamt 7 Preise. Beim vollbesetzten Preismaskenball am Karnevalsdienstag im Saal Wirtz fungierte neben Frau Greuel Schlagersänger Heino als Preisrichter.

1973 studierte die Damengarde unter Anleitung von Frau Mondo ihren ersten Zusatztanz ein. Die Garde nahm am Festzug anlässlich der deutsch-französischen Woche am 12.08.1973 in Zülpich teil. Am 26.08.1973 machten die Garde und das Männerballett einen Ausflug nach Winningen an der Mosel. Es wurde ein gemütlicher und hamonischer Tag und alle waren zufrieden.

Bei der Proklamation von Prinz Matthias III. (Bung) am 12.01.1974 wurde Hans Laschet mit dem Eulenorden ausgezeichnet. Die Damengarde tanzte am 17.02.1974 bei der Prinzenvorstellung in der Stadthalle Zülpich ihren neuen Zusatztanz.

Auf der Jahreshauptversammlung am 23.03.1974 trat Präsident Hans Laschet, der zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in Ülpenich wohnte, zurück. Für seine Verdienste als Gründer und Präsident der KG wurde er zum Senatspräsidenten ernannt. Die Versammlung wählte Heinz Hubo einstimmig zum neuen Präsidenten der Gesellschaft. In seiner Antrittsrede nannte Heinz Hubo als eine seiner Hauptaufgaben für die Zukunft die Förderung der Jugend.

Im Juni 1974 wurde die Papiersammlung wieder aufgenommen.

Wegen der kurzen Session 1974/75 wurde die Proklamation von Prinz Hans-Peter I. (Plum) bereits im November durchgeführt. Nach dreijähriger Pause gab das Tanzpaar Marianne (geb. Kaiser) und Josef Plum wieder sein bestes. Bei der schlecht besuchten Prunksitzung am 08.02.1975 erhielt Josef Wessel den Eulenorden.

Präsident Heinz Hubo wurde auf der Jahreshauptversammlung am 08.03.1975 wiedergewählt. Erstmals wählte die Versammlung wegen der Vielzahl der Geschäfte zwei Geschäftsführer. Dies waren Willi Kaulich und Hans-Peter Plum. Am 17.06.1975 tanzte die Damengarde auf dem 80. Geburtstag von Ehrenpräsident Heinrich Jülich.

Schlagersänger Heino wurde auf der Proklamation von Prinz Heinz-Theo I. (Hack) am 17.01.1976 mit dem Eulenorden ausgezeichnet und zum Ehrensenator ernannt. Anschließend unterhielt Heino die Gäste im Saal eine Stunde lang mit seinen Liedern. Hans Gietmann, der lange Jahre als Büttenredner in Ülpenich aufgetreten war und der in dieser Session Prinz in Geich war, wurde zum Ehrenmitglied der KG ernannt.

Bei der Prunksitzung am 28.02.1976 präsentierte sich der Elferrat in neuen roten Röcken und Prinz Heinz-Theo hatte sich anstelle des bisher üblichen Umhangs ein Prinzenkostüm besorgt.

Am 01. und 02.05.1976 feierte der TuS Olympia Ülpenich sein 75-jähriges Bestehen. Elferrat und Garde nahmen am Festzug teil.

Im September 1976 beschloss der Vorstand, die Prunksitzung am Karnevalssamstag durch einen Kostümball zu ersetzen. Dieser fand erstmals am 19.02.1977 statt.

Am 09.01.1977 verstarb das Gründungsmitglied Josef Birekoven durch einen tragischen Unfall. Er wurde am 26.01.1977 unter großer Anteilnahme beigesetzt.

Auf der Jahreshauptversammlung am 02.04.1977 trat Heinz Hubo von seinem Amt als Vorsitzender der KG zurück. Als sein Nachfolger wurde Matthias Bung gewählt. Auf einer weiteren Mitgliederversammlung am 14.05.1977 beschloss man, den Mitgliedsbeitrag von 1,50 DM auf 2,- DM pro Monat zu erhöhen. Gleichzeitig wurde besprochen, beim diesjährigen Sommerfest ein Gardetreffen zu veranstalten. Bei sehr schönem Wetter fand im Rahmen des Sommerfestes am 28.08.1977 das Gardetreffen, zunächst in Form eines Festzuges durch das Dorf, statt. Es beteiligten sich die Gesellschaften aus Zülpich (Öllege), Schwerfen, Sinzenich, Nemmenich, Dürscheven, Müddersheim, Bürvenich, Wichterich und Füssenich. Nach dem Festzug zeigten die Garden ihre Schautänze.

Bei der Proklamation von Prinz Bernd I. (Strick) am 13.01.1978 wurde Heinz Hubo der Eulenorden verliehen.

Beim Sommerfest am 20.08.1978 fand das erste Damenfußballspiel in Ülpenich statt. Es spielten die Damen des Tambourcorps gegen die Damen der KG. Als Schiedsrichter fungierte Ehrensenatorin Änne Esser. Das Spielergebnis ist nicht überliefert. Anschließend standen sich die Mannschaften der Senioren Tambourcorps und der Senioren Karnevalsgesellschaft gegenüber. Als drittes und „richtiges“ Fußballspiel folgte anlässlich des 5-jährigen Bestehens der Betriebssportgemeinschaft der Stadt Zülpich die Begegnung BSG Zülpich – Deutsche Welle Köln.

Am 13.01.1979 wurden bei der Proklamation von Prinz Willi III. (Kaulich) gleich zwei Eulenorden verliehen. Willi Kaulich erhielt die Ehrung wegen seiner Verdienste als Geschäftsführer der Gesellschaft und Bernhard Pütz wegen seines Einsatzes bei der Papiersammlung.

Beim Kostümball am Karnevalssamstag 1979 spielte eine Bayernkapelle, die „Nistertaler Buam“ aus Erding bei München. Alle vorherigen Skeptiker waren nach der Veranstaltung begeistert.

1979 war für die KG ein sehr schweres Jahr. Bereits auf der Jahreshauptversammlung im September 1978 hatte es der Vorsitzende Matthias Bung nicht an Kritik fehlen lassen. Diese Kritik bezog sich nicht nur auf das mangelnde Interesse der Mitglieder sondern auch auf die immer schlechter werdende Resonanz der KG und des gesamten Karnevals bei der Bevölkerung. Die KG hatte in den letzten Jahren überwiegend Positives zu vermelden: Anfang der 70er Jahre traten viele neue Mitglieder dem Verein bei, die teilweise sogar Prinz wurden. Hierbei kam es allerdings zu der Situation, dass offensichtlich einige der Prinzen finanziell übers Ziel hinaus schossen und sich von Jahr zu Jahr zu übertreffen versuchten. Nun sollte plötzlich die KG schuld sein, dass die Prinzenwürde so viel Geld kostete. Die Stimmung im Dorf gegenüber der KG war schlecht und viele Freunde kehrten der Gesellschaft den Rücken. Die Veranstaltungen wurden immer schlechter besucht und es wurde ständig schwieriger, einen Prinzen zu finden. Die KG-Verantwortlichen waren unzufrieden, lustlos und amtsmüde. Dies ging sogar so weit, dass es Überlegungen gab, den Verein aufzulösen. In der Session 1979/80 gab es erstmals keinen Prinzen, das Männerballett brach auseinander, die Damengarde fiel aus und es war nicht möglich, eine Sitzung zu veranstalten. Zudem hatte der Vorsitzende Matthias Bung bekannt gegeben, dass er sein Amt zur Verfügung stellen werde. Am 09.09.1979 erklärte er dann seinen Rücktritt und Heinz Hubo wurde erneut von den wenigen anwesenden Mitgliedern zum Vorsitzenden der KG gewählt. Er versprach, die Gesellschaft wieder dahin zu führen, wo sie einst gestanden hat.

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